Ein kurzer Gedanke zu Matthäus 25.14-30

Ich möchte heute einen kurzen Gedanken zu der Bibelstelle Matthäus 25.14-30 formulieren, der mir letztens beim Lesen dieser Bibelstelle gekommen ist.

Ich habe mich öfters schon gefragt, warum diese Stelle das Bankwesen als Optionalität für den Knecht äußert, der seinem Herren gefallen will. Statt sein Geld zur Bank zu bringen, vergräbt er es, und sein Herr nimmt ihm dafür alles weg und prophezeit ihm eine furchtbare Zeit. An anderer Stelle sagt Jesus schließlich, dass der Zins „des Teufels“ sei, und so widersprechen sich beide Aussagen auf den ersten Blick, und dieser Widerspruch scheint auch nicht so einfach aufzulösen zu sein.

Aber zum einen ist es entscheidend, dass Matthäus selber Zöllner war und es auch ein Gleichnis zwischen dem Gelehrten im Tempel und dem Zöllner gibt, dem auch meiner Erinnerung nach das „Mea Culpa“ entnommen ist, wo sich der Zöllner seine Sünden eingesteht. Und in diesem Gleichnis wird die Tempelsteuer in Israel erwähnt.

Matthäus 25.14-30 macht tatsächlich viel mehr Sinn, wenn man die Tempelsteuer in den Kontext setzt. Denn Geld, welches in Umlauf gebracht wird, wird mit der Tempelsteuer besteuert, während Geld, welches einfach nur vergraben wird, vollends dem Geldumlauf entzogen wird. Und wenn man die Tempelsteuer als Umlaufsicherung betrachtet, die den Armen, Witwen und Waisen zugute kam, dann ist dies (Anm.: das Vergraben) diesem Gleichnis nach eine viel größere Sünde, als sein Geld zur Bank zu bringen.

Auch machen die Renditen (die Verdoppelung des Gewinns) in einer Wirtschaft mit Umlaufsicherung Sinn, denn man kann sich vorstellen, wieviel die Händler umgesetzt haben, wenn sie kostbare Stoffe, Gewürze oder Handwerkskunst oder einfach Werkzeug von A nach B brachten oder in Jerusalem anboten. Denn die Rendite wurde ja nicht besteuert, sondern – so meine ich es gelesen zu haben – das Geld, was am Ende des Jahres in der Schatulle aufbewahrt wurde. Auch wurde im Tempel von Jerusalem wohl nicht, anders als bei den Griechen oder Römern, der Staatsschatz im Tempel aufbewahrt, weshalb ich heute noch hin und wieder vom Tempelgeld bei unserem aktuellen Wirtschaftssystem spreche.

Ich begreife die Tempelsteuer als eine echte Umlaufsicherung, die nicht als Münzverrufung mit der Verringerung der Kaufkraft bei Umprägung umgesetzt wurde, obwohl es vielleicht oder möglicherweise römische Münzen mit dem Aufdruck des Kaisers gab die verrufen wurden, und der Gehalt des Edelmetalls vielleicht im Laufe der Zeit abnahm, sondern als eine konstante Umlaufsicherung, die als Abgabe von Privatpersonen, Bauern und Händlern einbehalten wurde, um wiederum das Geld den Ärmsten zukommen zu lassen, damit diese sich mit Notwendigem versorgen konnten.

Wen das Konzept einer Umlaufsicherung interessant erscheint, wird also meiner Meinung nach auch bei Matthäus in der Bibel fündig. Ich verweise gerne ein weiteres Mal auf meine Schriften, die ich hier unter http://www.onionsandopinions.de/?page_id=700 veröffentlicht habe. Friede sei mit Euch.

Tonglen

Ich hatte schon an anderer Stelle auf die buddhistische Praxis des Gebens und Nehmens verwiesen. Ich denke, heute ist ein guter Tag das wiederholt zu tun.

Beim Geben und Nehmen stellen wir uns vor, dass wir das Leid aller Wesen in Form von schwarzen Wolken über ihren Köpfen mit unserem Atem in uns aufnehmen, in uns spüren, transformieren und in Form von Glück wieder zu ihnen aussenden. So die kurze Praxisbeschreibung. Wer mehr wissen will, kann über diesen Blog und Wikipedia hinaus natürlich eine buddhistische Gemeinde seines Vertrauens aufsuchen und gezielt nach Tonglen fragen.

Es gibt auch einige sehr gute Bücher darüber. Ich selber habe das Buch von Sharma Rinpoche zu dieser Praxis gelesen. Man kann natürlich auch andere buddhistische Lamas anführen. Ich denke, es ist gut, sich in diesen Wochen damit auseinanderzusetzen.

Ich denke, wir müssen uns fragen, was wir erreichen wollen in der Welt. Was sind unsere persönlichen Ziele, welche Ziele haben wir für unsere Gesellschaft. Wie begegnen wir dem Leid dieser Welt und wie wollen wir anderen Menschen helfen. Wer nicht bereit ist, in einer der vielen Flüchtlingsunterkünfte zu helfen oder Sprachunterricht anzubieten, sollte zumindest einem spirituellen Weg bzw. Pfad folgen. Aber auch das soll kein Muss sein. Es sind alles nur Angebote. Wer meint, er tue schon genug, soll sich ausruhen dürfen. Wer meint, das alles in dieser Welt sei nicht wichtig genug, um dass es sich lohnt zu Sorgen, soll sich nicht sorgen. Jeder soll die Möglichkeit haben, auf seine Art glücklich zu werden.

Nur muss man sich später vielleicht die Frage gefallen lassen, ob man nicht etwas hätte in seinem Leben ändern können, wenn es ohne nennenswerte positive Ergebnisse gelebt ist. Vielleicht hätte man irgendwann in seinem Leben einen gut gemeinten Rat annehmen können, bevor es dann am Ende des Lebens zu spät ist. Die Praxis Tonglen ist meines Erachtens eben so ein gut gemeinter Rat.

Die Logik neoliberaler Wirtschaftswissenschaften

Auch wenn ich mich schon länger mit Wirtschaft und seiner Wissenschaft beschäftige, aber es gibt einen Zusammenhang, der mir erst heute morgen aufgefallen ist.

Die Logik, nach der die neoliberale Wirtschaftswissenschaft Empfehlungen ausspricht, folgt derer von ultrakonservativen Gläubigen. Frei nach dem Motto „Wir werden für unsere Sünden bestraft, weil wir dieses oder jenes Gebot gebrochen haben“, empfiehlt die neoliberale Doktrin eben Reformen, Liberalisierungen, Abschaffung von Mindestlohn oder Kündigungsschutz eben auch immer dann, wenn es mal wirtschaftlich nicht so läuft. In der Hoffnung, dass es dann besser läuft, kann man Wirkungen im Wirtschaftskreislauf aber eben nicht dieser oder jener Maßnahme zuschreiben.

Ein wichtiger Faktor in einem Konjunkturzyklus ist nun mal die Umlaufgeschwindigkeit und die ist nicht konstant. Wenn also Wirtschaftswissenschaftler zu Reformen anregen, um Investitionen zu ermöglichen, meinen sie eigentlich, wir brauchen eine zunehmende Umlaufgeschwindigkeit des Geldes. Nur ist ihnen das selber nicht bewusst, weil sie diese ja als konstant annehmen. Also umschreiben sie das eben als „Investitionen“, weil ja dann Geld ausgegeben wird.

Statt also ständig den Empfehlungen der neoliberalen Wirtschaftswissenschaften zu folgen, empfehle ich, mal den Kopf einzuschalten und mal nachzudenken, was eine Wirtschaft stimuliert. Und da können technischer Fortschritt und Nachfragezunahme (die abhängig ist vom verfügbaren Einkommen) genauso wichtig sein, wie eben die nebulösen „Investitionen“ die man ja nun mal überall auf der Welt anziehen will, was für mich den Beigeschmack der Privatisierung beinhaltet. Und wenn man sich mit einem Konjunkturzyklus und einer nachfrageorientierten Wirtschaftswissenschaft unter zuhilfenahme der eben nicht konstanten sondern variierenden Umlaufgeschwindigkeit (und die Frage was diese wiederum stimulieren könnte) beschäftigt, kommt man möglicherweise auch zu ganz neuen Erkenntnissen und Empfehlungen, als ständig irgendwelche Annahmen zu irgendwelchen Sonderfällen zu formulieren, deren Wiederherstellung durch die Politik dann genauso gleicht, wie der Idealzustand einer konservativen Gesellschaft durch „irgendeine“ abergläubische Religion, deren Gott uns alle bestrafen will, weil wir nicht so gehandelt haben, wie er es möchte.

Ich halte die neoliberalen Wirtschaftsempfehlungen daher in gewisser Weise für fremdgesteuert und haben mit einem gesunden Menschenverstand eines selbstbestimmten Kollektivs nicht mehr viel gemein. Das ist meine Meinung und das Ergebnis, zu dem ich durch Nachdenken und Reflektieren gekommen bin.

Kann eine Depression zur Befreiung führen?

Das ist tatsächlich eine Frage, der die Psychologen unserer Zeit mal nachgehen könnten. Statt eine Depression als etwas zu betrachten, was nicht einem „Normal-“ oder Gesundheitszustand entspricht, könnte man eine Depression auch als etwas betrachten, was einem Ringen mit Gott und den bisherigen Werten und Vorstellungen entspricht. So kann es sein, dass ein Mensch nach der Depression nicht mehr der selbe ist wie vorher. Vielleicht aber geläuterter…

Aber warum erkrankt man überhaupt an einer Depression? Manch einer denkt, es hat bloß was mit Nervenbahnen und Botenstoffen im Gehirn zu tun, aber ich denke, dass, wie Popper schon in dem Buch „Das Ich und sein Gehirn“ darlegte, die Reduzierung des Menschen auf biochemische Abläufe wohl eine unzureichende Auffassung vom Menschen ist. Der Mensch und seine hervorgebrachte Wissenschaft ist viel mehr, und die Leistungen des Gehirns und der Wissenschaft nicht von seiner wahrgenommenen Welt zu trennen.

So wird auch die Frage nach einer Depression, und was der Grund dieser ist, zu einer echten Schatzsuche. Sind wir Menschen nicht auf unser Gemeinwohl und unsere Kultur angewiesen? Brauchen wir nicht auch Rituale, die uns eine Verbindung mit unserer Sterblichkeit ermöglichen? Sind Ereignisse, die eine Depression verursachen, nicht auch Schicksalsschläge und die Depression eine Möglichkeit, wie der Geist damit umgeht – auch, um diese Ereignisse überhaupt zu bewältigen?

Nein, dieser Beitrag ist nicht wissenschaftlich und ich bin kein Arzt oder Psychologe. Aber ich bin an einer offenen Diskussion interessiert. Ist diesem Thema nicht schon die Grenzwissenschaftlichkeit eigen, also ist es schwierig, eine wissenschaftliche Aussage zu treffen zu einem Thema, welches sich so gut wie nicht wissenschaftlich betrachten lässt? Was ist denn wissenschaftlich betrachtet diese „Befreiung“, von der ich in der Überschrift schreibe? Wie lässt sie sich erreichen? Warum haben wir sogar eine Vorstellung davon, auch wenn wir in unserer Ich-Illusion haften? Und warum heften sich Religionen jeder Art die Gott-Erfahrbarkeit und Gott-Nahsein auf die Fahne? Selbst einem Buddhismus, der streng genommen einen Schöpfergott zumindest im eigenen Weltbild negiert, sind Zustände von Glück und Freude und Mitgefühl mit allen Wesen wichtig und als Weg akzeptiert, wie man die eigene Ich-Illusion auflöst.

Welche Entwicklung ist uns Menschen wichtig? Was ist uns so kostbar und wertvoll, dass wir etwas als „heilig“ bezeichnen? Sind es nicht die Erfahrungen von Gott, die uns von früher geschildert werden und an denen wir uns orientieren sollten, fernab von einer wörtlichen Auslegung der Bibel, aber als Zeignis für die Gegenwart einer uns im wahrsten Sinne „über-legenden“ Macht? Viele Fragen, auf die die Psychologie zurzeit noch nicht alle Antworten geben kann. Wohl aber denen, die eine Depression als das erkennen, was es vielleicht sein könnte – ein Segen Gottes, der uns von unseren Irrtümern und unseren schwierigen und leidvollen Erfahrungen reinigen und befreien will und uns einen Weg der Erkenntnis eröffnen kann – fernab von Meditationen und Bibelstudium, sondern die „not-wendige“ Auseinandersetzung mit uns und unserem Selbstbild. Und der Weg ist nun einmal das Aushalten. Und Gemeinschaft dabei hilft. Beten und Ruhe vielleicht auch.

Ruhe finden in einer Großstadt

Gerade in einer Großstadt ist es nicht immer so leicht, seine Ruhe zu finden. Der Verkehr ist laut, nicht selten sind die Nachbarn am Feiern und überall sind Möglichkeiten, sich zu zerstreuen…

Um so schöner, wenn es trotzdem gelingt. Gerade die Kirchen in Hamburg laden dazu ein. Nur schade, dass ich heute gehört habe, dass 1/3 der Kirchen in Hamburg ent- oder umgeweiht werden sollen.

Ich finde, wir sollten unsere kleinen Inseln der Ruhe, gerade in der Großstadt, bewahren. Es wäre doch sehr schade, wenn immer weniger Orte der Ruhe und der Besinnung zur Verfügung stünden und aus dem öffentlichen Raum, und damit aus der Wahrnehmung, verschwinden würden.

Vielleicht möchte manch Großstädter sich durch diesen Artikel ermuntert fühlen, wieder die Spiritualität und das Geheimnis des Christentums kennen lernen zu wollen. Die christlichen Kirchen und Gemeinden in Hamburg würden sich freuen.

Mem-Theorie

Ich beziehe mich auf den Vortrag zur Mem-Theorie
von Vera F. Birkenbihl
und das Buch „Kollaps oder Evolution“
von Rebecca Costa.

Ich sage es lieber gleich vorweg: Ich bin für Bernie Sanders als nächster Präsident und wenn Hillary Clinton Präsidentschaftskandidatin bei den Demokraten werden sollte, bin ich nicht zwangsläufig für Donald Trump, wohl aber für einen republikanischen Präsidentschaftskandidaten Ted Cruz. Aber die Person Donald Trump ist meines Erachtens wichtig für Amerika – zumindest seine Art, wie er den Wahlkampf gestaltet. Warum sage ich das?

Donald Trump hat Rebecca Costa’s „The Watchman’s Rattle“ (zu Deutsch: Kollaps oder Evolution) auf ihrer Homepage kommentiert und ich behaupte, dass man seinen Wahlkampf und seinen Erfolg nur verstehen kann, wenn man Rebecca Costas Buch gelesen hat. Sie setzt sich in ihrem Buch mit der Mem-Theorie auseinander und klassifiziert sogenannte Super-Meme, die man überwinden oder zumindest in Frage stellen muss, weil sie möglicherweise schädlich für die Entwicklung in einer Gesellschaft sein können und anstrebbare Lösungen für Probleme verhindern.

Ich will nicht zusehr ins Detail gehen, will vielmehr dazu ermuntern, selber das sensationelle Buch von Rebecca Costa zu lesen. Ich glaube, man versteht hinterher ein bisschen mehr über gesellschaftliche Zusammenhänge und auch über den Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. Tatsächlich wundere ich mich ein bisschen, dass dieser Zusammenhang bisher in der deutschen Medienlandschaft wenig Beachtung gefunden hat.

Wenn Sie lesen, dass ich mich durchaus mit einem Präsidentschaftskandidaten Ted Cruz anfreunden könnte, dann dürfte Ihnen vielleicht auch diese kalkulierte Provokation aufgefallen sein, die eben nichts anderes sein will, als ebenfalls ein neues Mem in die Welt zu setzen. Warum ist für unsere Gesellschaft Hillary Clinton die zu unterstützende Kandidatin und nicht Ted Cruz – dem in Umfragen durchaus eine Chance gegen Hillary eingeräumt wird (ich beziehe mich auf den Super-Tuesday bei Pheonix und meine, dort dies aufgeschnappt zu haben)? Ich weiß es nicht. Aber es scheint, dass hier ebenfalls bei uns Meme am Wirken sind, dass jeder, der von der vorherrschenden Meinung abweicht, automatisch als Spinner oder Neudeutsch „Verschwörungstheoretiker“ abgetan wird. Dabei fällt doch sehr ins Gewicht, dass jeder Mensch das Recht auf eine Meinung hat, und im Idealfall diese auch vernünftig belegen kann. Ob ich das mit Ted Cruz kann, sei dahingestellt – eher nicht. Aber ich fand seinen Auftritt beim Super-Tuesday gut, finde gut, dass er Christ ist, und finde es bemerkenswert, dass so wenig über jemanden im deutschen Medien gesprochen wird, dem die Amerikaner durchaus bereit wären, als Präsidenten zu wählen. Im Übrigen trifft das auch auf Bernie Sanders zu.

Scheint, als sei man wieder einmal auf sich allein gestellt. Für abweichende Meinungen ist in Deutschland leider seit der Ukraine-Krise und dem Abschuss von MH17 meiner Wahrnehmung nach kaum mehr Platz. Man muss schon wie Detektive mit der Lupe suchen… .

Ein Gruß und ein Gebet zum Frühlingsanfang

Danken wir dafür, dass wir hier in Frieden leben.

Beten wir dafür, dass unsere Felder und Bäume gesund bleiben.

Danken wir für die Energie, die von der Sonne uns täglich erreicht.

Beten wir dafür, dass die Völker und Nationen sich wieder verstehen und miteinander reden.

Danken wir dafür, dass es Menschen gibt, die kritisch hinterfragen.

Beten wir dafür, dass unsere Politik die richtigen Entscheidungen fällt und Probleme nachhaltig löst.

Danken wir unseren Lehrern und Lehrerinnen, die der nachfolgenden Generation wichtiges Wissen und Werte vermittelt.

Beten wir für die Hilfswerke, dass ihre Arbeit Früchte trägt und inspiriert. Mögen sie ein Beispiel der Humanität und der Völkerverständigung sein.

Danken wir dafür, dass wir ein Dach über dem Kopf haben und unser „täglich Brot“.

Beten wir für mehr soziale Gerechtigkeit.

Danken wir Jesus Christus, dass er unsere Sünden am Kreuz getragen hat.

Amen.

Wie wäre es mit etwas mehr Lapislazuli-Licht?

Da ich früher mal Buddhist war, habe ich auch einige Meditationen aus dem tibetischen Buddhismus kennen gelernt. So gibt es eine Meditation, die ich selber lange Zeitg praktiziert habe, und nun einfach mal für alle nicht geübten Meditierenden hier empfehlen möchte. Es handelt sich um eine ganz kurze Medizin-Buddha-Meditation.

Man kann sich vorstellen, dass aus dem innersten des eigenen Körpers ein blaues Lapislazuli-Licht ausstrahlt und den ganzen eigenen Körper erfüllt. Dieses Licht heilt einen selbst. Anschließend kann man sich vorstellen, dass dieses Licht aus dem eigenen Körper austritt und auf alle Wesen strahlt und sie ebenfalls heilt.

Man braucht kein Mantra geschweige denn ein Kissen dazu. Man kann diese Meditation ebenso kurz an der Ampel in der Einkaufstraße machen wie kurz vor dem Einschlafen.

Generell wünschte ich mir, mehr Menschen in Deutschland würden das Vater Unser im stillen Kämmerlein beten. Ich wünschte mir auch, dass mehr Menschen sich hin und wieder mit der Bibel beschäftigen würden. Dann würden die Menschen vermutlich auch weniger Angst vor dem Islam haben. Wie ich hier anmerken möchte, kann man eine Religion nicht per se als schlecht oder als falsch brandmarken, nur weil einzelne Mist bauen. Das gilt doch wahrlich für alle Religionen. Dennoch wird das Thema der Religionsfreiheit zusehends sensibel und manchmal sogar hysterisch in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Mir macht das durchaus Sorgen.

Ich glaube, dass Jesus tatsächlich erlöst. Ich glaube auch, dass er die Welt erleuchtet. Ob wir uns auf einen Medizin-Buddha ausrichten oder auf Jesus Heilenergie selber, ist für unsere Gesundheit und unsere Einstellung zum Leben eigentlich gar nicht so wichtig. Wichtig ist der Wunsch und die konkrete Vorstellung, die in unserem Innern die Dinge neu ordnet und verändert. Ohne eine Veränderung im Innern bleibt ein Stein bloß ein Stein. Erst durch unsere Veränderung im Innern entdecken wir unsere Potenziale und die Potenziale der Dinge, die ihnen ebenfalls innewohnen. Und das größte Geheimnis bleibt die Schöpfung selber. Um es frei zu sagen: Selbst wenn unsere Erkenntnis immer mehr zunehmen, bleiben doch die Neugier und Suche ungebrochen. Umso schöner, dass es die Religionen gibt, zu denen wir immer wieder zurückkehren können und mit denen wir uns immer wieder neu in dieser Welt ausrichten.

Assimilation ist auch eine Form von Integration

Es gibt keinen Menschen, der nicht Glück haben will. Und es gibt keinen Menschen, der nicht Leid vermeiden will. Was uns unterscheidet, sind die Art und Weise und unsere Strategien, wie wir beides erreichen.

Das habe ich letztens meinem Kumpel erzählt, als ich bei ihm am Tisch zum Mittagessen saß: Die Menschen haben unterschiedliche Strategien, um Risiken zu vermeiden. So handeln Banken mit Credit-Default-Swaps um ihr Risiko zu minimieren. Dafür gibt es aber Risiken, die man bewusst eingeht, um einen höheren Benefit zu erzielen. Zum Beispiel investiert man einen kleinen Teil in Aktien und Optionen.

In anderen Kulturen gibt es unser Bankwesen so nicht. Dafür aber möchte man zum Beispiel in Indien das Risiko, als Frau später mittelos dazustehen, minimieren, indem man sich zur Hochzeit Gold und Schmuck schenken lässt. In anderen Kulturen, vornehmlich in muslimischen, verspricht man die Tochter schon recht früh einem Sohn einer befreundeten Familie, um nicht das Risiko einzugehen, dass die Tochter später im heiratsfähigem Alter unverheiratet bleibt.

Ob eine Entscheidung individuell glücklich machend ist, oder nicht, hängt von den Empfindungen ab. Ein versprochenes junges Mädchen wird es in diesen Kulturen vielleicht eher als Schicksal akzeptieren, dass sie keine freie Wahl bei der Partnersuche hat, ein Bankmitarbeiter würde es eher als individuelle Leistung verbuchen, wenn die gehandelten Optionen eine hohe Rendite abwerfen.

Unser Glück hängt also nicht nur mit den gemachten Erfahrungen zusammen, sondern eben auch von den Kriterien, die wir der Erfahrung zu Grunde legen. Ein Buddhist wird es nicht glücklich machen, wenn er Gold geschenkt bekommt, manch Obdachloser hat sich irgendwann vielleicht sogar bewusst dazu entschieden, besser „Platte“ zu machen, weil er es in geschlossenen Räumen und in einer Wohnung mit Rechnungen und Nachbarn nicht aushält. Das Risiko beklaut zu werden, geht er dafür ein.

Was ist Glück, was Leid? Das ist wirklich sehr individuell. Was wir machen können, ist, uns vorher bewusst zu machen, was wir als unser Glück definieren. So mag für viele großer Reichtum sehr erstrebenswert sein, aber jemand, der die Bibel liest, weiß, dass ‚eher ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass…‘.

Gibt es so etwas wie eine Glücksformel? Das behaupte ich nicht. Was ich aber für mich individuell als Glück erfahren habe ist, dass es glücklich macht, Zusammenhänge zu erkennen, vielleicht, weil sich dann Synapsen im Gehirn miteinander verbinden, was vielleicht Dopamin freisetzt. Genauso kann es erfüllend sein, sich in jemand anderen hinein zu versetzen, um ihn zu verstehen. Genauso kann es glücklich machen, sich politisch zu engagieren, wenn man damit die Zukunft eines Landes gestaltet.

Das muss aber nicht immer so sein. Es kann auch genausogut frustierend sein, wenn man sich ständig in andere hineinversetzt, aber selber ständig misverstanden wird. Genauso kann es erschreckend sein, Dinge herauszufinden, die andere nicht wissen oder erkannt haben. Genauso kann ein politisches Engagement oder das Bloggen zu Schwierigkeiten mit der Umwelt führen, oder die Resultate aus der Arbeit sind für das Land negativ.

Ich denke, Religion gehört zu unserem Leben dazu. Manch einer mag glücklich darüber sein, keine zu haben und hat vielleicht nur verächtliches für jene übrig, die eine Religion haben. Aber ich denke, solange es in den Religionen um Mitgefühl und um die Frage nach dem Glück geht, ist alles in Ordnung.

Ich habe, es ist schon ein Weile her, als ich ein Mitglied der Jungorganisation der FDP war, mich inhaltlich dagegen gewehrt, als ein anderes Mitglied der Jungorganisation der FDP einen Antrag geschrieben hat, der Staat möge bitte Religion und Staat voneinander trennen. Das bedeutete, Feiertage wie Weihnachten oder Ostern staatlich abzuschaffen und in den Bereich des Individuellen zu legen. Heute habe ich das Buch „Die Ethno-Falle“ von Norbert Mappes-Niediek ausgelesen, und ich muss sagen, dass ich heute diesen Antrag nun erinnere und in einem anderen Kontext einordne. Sicherlich ist es nur eine Möglichkeit, die Rolle und die Stellung von christlichen Kirchen innerhalb der Gesellschaft neu zu definieren und auch sogar die Rolle der Feiertage wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten in Frage zu stellen, aber eben auch dann so zu belassen, wenn man bereit ist, anderen Kulturen dieselben, oder zumindest ähnliche Rechte einzuräumen. Dass für viele diese Argumentation nicht akzeptabel ist, das erleben wir vielerorts und auch schon sehr deutlich in manchen Medien. Und tatsächlich ist auch nichts falsches daran, seine Kultur zu bewahren, während man darauf hinweist, dass andere Kulturen eben auch ihre Identität in ihren Ländern bewahren. Es muss sich nicht überall eine rein libertäre Gesellschaft zwischen verschieden Ethnien bilden, nur um einem Ideal zu entsprechen, was es erst seit den 90er Jahren so in Jugoslawien gab und heute intellektuell gibt. In meinen Augen war und ist dieser Antrag ein Schnellschuss gewesen und die Diskussion, die er auszulösen vermochte, nicht abschließend zu Ende geführt.

Um so erfreulicher, dass wir heute gerade auf solche Bücher wie „Die Ethno-Falle“ oder „Kampf der Kulturen“ von Huntington zurückgreifen können und uns nicht erst die Mühe machen müssen, selber in die Archive zu gehen und diese Arbeit erst noch mühsam erledigen müssen. Dass in einer solchen Gesellschaft, in der alle Ethnien die selben gleichen politischen wie auch religiösen Rechte genießen und auf das Gleichgewicht der Ethnien penibel geachtet wird, eine Gefahr für den Frieden innerhalb der Gesellschaft an sich droht, dass beschreibt Mappes-Niediek meines Erachtens deutlich. Um so wichtiger, dass wir heute unsere Kultur herausbilden, die es anderen erlaubt, sich zu assimilieren, ohne sich selber verraten zu müssen. Dass die Deutsche Kultur wie Sprache bei Hinzugezogenen hoch angesehen ist, dass sei hier noch einmal gesagt. Wir müssen nicht jede Zeitschrift mehrsprachig herausgeben, nur um eine funktionierende Gesellschaft zu schaffen. Gleichzeitig müssen wir aber darauf achten, dass wir nicht Minderheiten aufgrund ihrer Kultur ausgrenzen und diskriminieren. Dann steht uns auch einer gelungenen Integration der hierher geflohenen Flüchtlinge nichts im Wege.

Angst und Trauer sind schmerzhaftes loslassen

Ich gebe zu, dass ich Angst habe. Viel Angst. Angst vor einer neuen Bankenkrise, Angst vor einem dritten Weltkrieg, Angst vor einer verfehlten Wirtschaftspolitik innerhalb der EU. Manche Ängste mögen begründet erscheinen, andere vielleicht als hirngespinnst. Aber ich gebe allen den guten Rat, genau hinzusehen, bevor (!) man schlussfolgert.

Ich habe auch Angst vor Ressentiments, Vorurteilen und Stigmatisierung. Hab ich alles erleben dürfen. Es ist so, wie es ist – trotz Bildungsbürgertum, trotz Lippenbekenntnisse. Ich behaupte, dass viel weniger Menschen wirklich Ahnung von Dingen haben, als sie selber annehmen.

Eine Ahnung, die ich über Ängste habe, ist, dass Ängste eine andere Form des religiös-spirituellen Loslassens sind. Ängste machen einen demütig. Ängste können einen im positiven wie im negativen Sinn lähmen. Aber Ängste lassen auch einen genau hinschauen und wahrnehmen, womit man es zu tun bekommen könnte. Wer keine Angst kennt, wird unvorsichtig. Wer keinen Hunger kennt, wird fettleibig. Auch wer keine Liebe oder Dankbarkeit kennt, wird schwerlich religiös.

Wer die Geschichte des Propheten Jeremia im Alten Testament liest, bekommt einen guten Eindruck, was eine Seele aushalten muss, wenn das Kollektiv sich in eine falsche Richtung entwickelt. Jeremia prophezeite den seinen später die Gefangennahme durch Babel, nur um ihnen am Ende dann doch Mut zuzusprechen und ihnen den rechten Weg zu weisen. Trotz, dass er mehrfach gefangengenommen wurde und dass es Überlegungen gab, wie man ihn loswerden könnte.

Ich finde Jeremia ist so in etwa die theologische Vorstufe zu Jesus, wie wir die Bibel im Kontext der damaligen Zeit verstehen müssen. Jesus starb am Kreuz, aber eben, um die Sünden von denen freizukaufen und die Schuld zu tilgen, die an ihn glaubten, dass sie erlöst werden. Jeremia musste schwere Qualen, aber auch Trauer und Ängste aushalten, um sein Volk wieder auf den richtigen Weg zu bekommen. Als sie es einsahen, war es fast schon zu spät. Aber sein Volk wurde prophezeit, es dürfe nach Jerusalem wieder zurückkehren.

Auch heute sehe ich vieles in Deutschland kritischer als manch anderer. Da sind zum einen die Aktivitäten der Bundeswehr in Syrien, aber auch andere Bundeswehr-Einsätze im Ausland. Wer positiv darauf hinweist, dass wir mit den Flüchtlingen im eigenen Land nun die Möglichkeit haben, etwas von der Mitschuld an den Zuständen in der Welt zu tilgen und abzutragen, trägt immens zum Gelingen der Gesellschaft bei. Das ist meiner Ansicht nach im besten lutherischen Sinne.

Als ich am 23.12. morgens gegen 11h auf der Straße war, sah ich einen Regenbogen. Das war für mich ein gutes Zeichen. Ist der Regenbogen nicht die Zusage Gottes an Noah gewesen, nie wieder eine so große Katastrophe wie die Sintflut über die Menschen hereinbrechen zu lassen? Ist es nicht vielleicht auch eine Zusage heute, dass es nicht ganz so schlimm kommen wird, wie manch Untergangsprophet prophezeit?

Ich möchte das positiv verstanden wissen: Dadurch, dass es so viele Menschen mittlerweile in Deutschland und Europa gibt, die sich für eine Verbesserung der Gesellschaft einsetzen, wird es nicht zu so einer großen Katastrophe kommen. Viele Menschen haben auch heute noch ihr Herz am rechten Fleck und haben Mitgefühl. Ich glaube, dass wir es tatsächlich meistern können, wenn wir anfangen, die Menschen zu unterstützen, denen unser Wohl und das aller Menschen am Herzen liegt. Dann brauch unser Herz auch nicht zu verzagen und zu verstocken.

Und ich glaube auch, dass Menschen, wenn sie Ängste empfinden, etwas positives erleben. Auch wenn Ängste für uns sehr unangenehm sind, sind sie doch da, um uns produktiv werden zu lassen. Aber unsere Ängste dürfen uns nicht zu bösen Taten verführen. Sie müssen uns stärken. Dann beginnen wir, unangenehme Dinge in unserem Leben noch einmal zu durchleben und sie letztendlich loszulassen. Und erkennen, dass es alles bloß eine Illusion ist, die wir unser eigenes Ego nennen und der wir soviel Aufmerksamkeit widmen.